Datum: Kythorn 12, 1360 DR

Die letzten Monate vergingen ruhig. Mutter meint, das sei die Ruhe vor dem Sturm und wir sollten auf alles vorbereitet sein. Aus diesem Grund gab sie mir auch den Familiendolch. "Habe ihn immer Griffbereit. Selbst Nachts!" forderte sie, als sie ihn mir übergab.

In der Nacht zum 13. Tag weckte sie uns hektisch "In eure Kriegsgewänder und holt eure Waffen!" rief sie nur und verschwand wieder im Erdgeschoss. Das Kriegsgewand? Das hatte ich erst ein einziges mal an und dann auch nur, damit Mutter sieht, dass es mir passt.

Kaum waren Miara und ich fertig geschnürt, erklang ein Horn, nicht weit von unserem Anwesen. "Ist das der Klang eines Kriegshorns?" fragte ich Miara, welche mir mit zittriger Stimme antwortete: "Ich habe keine Ahnung. Ich hoffe nicht". Wir griffen nach unseren Waffen und spurteten zu Mutter, die schon vor der Tür auf uns wartete. "Sie kommen von dem Hügel dort" deutete sie auf einen kleinen Hügel, hinter dem es rötlich aufleuchtete. "Das ist der Sturm" erläuterte sie ruhig, als habe sie ihn erwartet. Was da wohl auf uns zu kommt?

Es dauerte nicht lange, bis die ersten Fahnenträger zu sehen waren. Die Fahnen der Mallagea, Mybus Larco und Bigot'Tong. Wieso war ich nicht erstaunt? Was mich jedoch erstaunen lies war, dass sie offenbar ein ganzes Regiment zusammen gerufen haben. Für zweieinhalb Magier. Als sie nur noch wenige hundert Fuß von unserem Anwesen entfernt waren, kam ein Drow auf einer Echse auf uns zu, während der Rest wartete. Es war Maris Nyr, der Leiter der Gilde Mybus Larco, ritt direkt auf meine Mutter zu. "Reicht es nicht so langsam?" fragte meine Mutter mit ruhiger Stimme, während ich mich leicht zittrig meinen Stab hielt. "Wir haben echt versucht Euch und Eure tala waess zu integrieren. Aber Ihr musstet ja gleich alle töten, die euch zu helfen versuchten" "Ihr nennt also das verbreiten von Unwahrheiten und diskreditieren also ein Versuch der Integration? Wie beschränkt müsst Ihr in Eurem Geist sein, um das auch noch zu glauben?" Maris Nyr verzog nur leicht das Gesicht und ritt wieder zu der Gruppe zurück.

Bei der Gruppe zog er seinen Stab vom Rücken und schleuderte in der Drehung mit seiner Echse einen Feuerball in unsere Richtung. Im selben Augenblick setzte sich die Meute mit Gebrüll in Bewegung. Im Gegensatz zu Miara und Mutter war ich unschlüssig, was ich tun sollte. Während Mutter ein Schild herauf beschwor, brachte Miara die Erde zum beben, was manche von ihnen aus dem Gleichgewicht brachte. Als dann auch der Feuerball auf dem Schild einschlug, erschrak ich kurz, fasste dann doch Mut und beschwor einige Blitzkugeln, groß genug, um einige der Angreifer lähmend zu Boden zu werfen. "Miara, Steinwall" rief Mutter zu Schwester hinüber. Entschlossen rammte Miara ihre Hände in den Boden und erschuf einen 8 Fuß hohen und 20 Fuß breiten Steinwall zwischen den Angreifern und uns. "Naldela, jetzt" bekam ich zu hören, während Mutter begann mit einem Sturm auf den Wall druck aus zu üben. Ich versuchte nicht lange zu Fackeln und tat es meiner Mutter gleich, bis die Steine tosend über dem Feind nieder fiel. Dass uns der Pfeilhagel sowie die Feuerbälle verschont blieben, war den schnellen Reaktionen von Mutter zu verdanken. Sie schaffte es, in den richtigen Augenblicken immer Schilde zu beschwören. Doch es kam, wie es kommen musste. Einige der Kämpfer kamen zu uns durch, trotz der Hindernisse die wie ihnen in den Weg legten.

Mutter beschwor einen riesigen Schild, der uns drei einschloss, sowie ein Portal hinter Miara, dessen Sog sie direkt hinein zog. "Flieht" keuchte sie erschöpft. "Ich kann beides nicht lange halten" rief sie in meine Richtung. Der Sog des Portal fasste auch mich und zog mich langsam hinein. "Was ist mit dir?" "Macht euch um mich keine Sorgen" und just in dem Moment, indem mich der Sog des Portals vollends erfasste, brach Mutters Schild zusammen und ehe ich gänzlich im Portal verschwand, sah ich noch, wie eine Klinge meine Mutter durchbohrte.

Share this post via

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag