Datum: Uktar 22, 1360 DR

Wir brauchten 2 Tage, um aus den Gewölben heraus zu kommen, als das Kind plötzlich vor Erschöpfung zusammen brach. Ich wickelte es in meinen Umhang ein und hob es auf meinen Rücken. Wir mussten unbedingt einen Unterschlupf finden, denn auch wenn ich Elementarmagierin bin, macht mir die natürliche Kälte sehr zu schaffen.

Kurz vor Sonnenaufgang fanden wir ein kleines, scheinbar verlassenes Haus, mit einem Kamin. Komplett durchgefroren brachen wir mit Hilfe Nimri in das Haus ein und Lolth sei Dank lag auch noch trockenes Feuerholz neben dem Kamin, welchen ich direkt entzündete.

Nach einigen Stunden waren wir beide aufgetaut und es dauerte eine Zeit, bis ich das Kind wieder beruhigen und davon überzeugen konnte, dass ich ihm eigentlich nur helfen möchte, ganz zu schweigen davon, bis es endlich mal etwas aß. Gegen allen Erwartungen schien Nimri, im Gegensatz zu mir, mit Kindern offenbar gut aus zu kommen, denn irgendwie schaffte er es, dass das kleine Mädchen ab und an mal lächelt, selbst, wenn der Wind an den Klappläden der Fenster rüttelte.

Zur Mittagszeit wurden wir von dumpfen Schlägen an der Tür geweckt. Zügig versteckte sich das Kind in einem Kleiderschrank und ich positionierte mich mit meinem Stab im Anschlag neben der Tür, welche auch kurz darauf nachgab und aus den Angeln flog. »Bitte nicht der Ghul, bitte nicht der Ghul« hoffte ich leise, ehe ein zwei Meter großer Fleischberg in einer schweren Rüstung und einem Zweihänder das Haus mit Getose betrat. Doch ehe ich einen Zauber wirken konnte, traf mich ein Schildschlag und schleuderte mit mit dem Kopf gegen die Wand.

Als ich wieder zu mir kam, stand ich in einem teilweise zerstörten Haus vor drei Menschen, die bewusstlos vor mir lagen. »Was bei Lolth?« bekam ich nur raus als plötzlich das Kind meine Hüfte umklammerte. Ganz aufgeregt erzählte es mir davon, dass auf einmal meine Augen anfingen zu Glühen und es daraufhin mit einem Sturm im Haus sehr schnell ging, bis die drei Angreifer zu Boden gingen. Ich versuchte schon seit Jahren diesen Zustand zu kontrollieren und ich dachte, ich hätte es endlich geschafft. »Vith« fluchte ich, in der Hoffnung, das Kind verstünde die Sprache nicht. Aber das Kind schien keine Angst vor mir zu haben, sondern es fühlte sich mehr nach Bewunderung hat, warum auch immer. »Komm, wir müssen weiter« forderte ich das Kind auf und warf ihm wieder meinen Umhang um »Es dürfte nicht mehr weit bis zum Dorf sein«

Teile diesen Beitrag über

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag


Kommentare müssen nicht im Rollenspiel sein und können IRL-Inhalte enthalten!