Datum: Eleasis 21, 1360 DR

Die letzten Wochen verbrachte ich damit, kleinere Jobs in dem Dorf an zu nehmen, welches ich an der Mauer beim Sumpf fand. Niedere arbeiten, bei denen ich mit dem Mob nicht viel zu tun hatte. Wie sich herausstellte, wollten die Menschen hier nicht von einer Drow in der Taverne bedient werden, oder waren gar angewidert, als sie erfuhren, dass eine Drow Teller und Besteck ab wusch. Sie spotteten über mich, in meiner Anwesenheit, bespuckten mich und versuchten mich zu schlagen, als sei ich eine niedere Kreatur, die des Lebens nicht würdig ist. Ich musste mehr als einmal der Versuchung widerstehen, sie nicht alle zu ihren Göttern zu schicken. Unter all diesen Männern, die mich hier wie ein Stück Fleisch behandelten, mich begrapschten, bespuckten, schlugen, wäre ich in der Unterwelt eine … Ja was wäre ich? Ein unbeliebter Mischling, der selbst von der eigenen Rasse verachtet und gejagt wird. Oft genug erinnerte mich der Mob in den Schulen daran, dass ich nicht ›reinen Blutes‹ sei.

Ich muss weiter, in eine größere Stadt, in der Drow hoffentlich nicht so niederträchtig behandelt werden. Noch dazu wurde ich dermaßen schlecht bezahlt, dass es gerade so für Nahrung und Unterkunft reichte. Anfangs wollten sie mich sogar noch versklaven, dem ich nur dadurch entgehen konnte, dass ich einen mit meinem Stab windelweich geschlagen hatte und einem anderen mit Blitzen in eine Schock-starre versetzte. Ein wunder, dass ich deswegen nicht direkt von den Wachen gelyncht wurde.

Nachdem ich die letzten Münzen entgegen nahm, packte ich meine Sachen und zog mit Nimri weiter Richtung Norden. Am Dorfausgang begegneten mir 2 Wachen »Wo will denn unsere Sklavin so eilig hin?« grölte einer der beiden, sichtlich betrunkenen, Wachen. »Ich bin keine Sklavin« entgegnete ich ihm harsch »Stimmt. Sklaven werden nicht bezahlt« lachte der andere, worauf der erste wieder kam »Das beantwortet noch immer nicht meine Frage! Wohin noch so spät?« »Weg« mehr bekam er nicht als Antwort zu hören. Er kam näher und richtete sich vor mir auf. Seine Alkoholfahne und sein ungepflegtes erscheinen reichten beinahe für einen Brechreiz. Er schaute an mir herunter »Wenn du mir schon nicht sagen willst wohin, kannst du ja noch was anderes für mich tun« forderte er mit einem breiten Grinsen im Gesicht und packte mir an die Brust. Just in diesem Moment griff ich nach der Hand, die meine Brust berührte, zog ihn an mich heran und rammte ihm mein Knie zwischen die Beine. Als er sich krümmte und mit einem »Du Schlampe« von mir weg bewegte, zog ich meinen Stab und wisch ihn ihm durchs Gesicht. Als dieser Bewusstlos zu Boden viel, schien dem anderen erst klar geworden zu sein, was passiert war und zog sein Schwert und Schild. Ich betrachtete ihn eine Weile, aber so zittrig, wie er seine Waffe hielt und mit aufgerissenen Augen zu mir starrte, schien er noch nicht sehr lange im Dienst zu sein. Ich ging ruhig an ihm vorbei, meinen Stab geladen und darauf Vorbereitet, dass er doch noch den Mut findet, mich an zu greifen. Doch er tat es nicht.

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